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Gerd Schaefer-Rolffs

Alphabetische Liste (KSCV)

Gerd Schaefer-Rolffs

Gerd Schaefer-Rolffs

Silesia Breslau, Saxonia Frankfurt, Neoborussia-Berlin zu Bochum

* Thorn 25. 1. 1909
† Bochum 22. 4. 1986

Sch. war ein Sohn des Zahnarztes Schaefer, der im Ersten Weltkrieg gefallen ist. Infolge der Adoption durch seinen Stiefvater Walter Rolffs führte er den Doppelnamen Schaefer-Rolffs. Er besuchte von 1915 bis 1920 die Oberrealschule in Thorn und nach der Ausweisung nach dem Ersten Weltkrieg Schulen in Breslau und Gleiwitz, wo er 1927 das Abitur bestand. Ab Okt. 1927 studierte Sch. Maschinenbau und Bergbau an der TH Breslau und an der TH Danzig. 1933 wurde er Diplom-Ingenieur und war anschließend bei einem Ingenieur-Büro und bei der Stadtbank in Hindenburg O/S tätig, dann als Maschinensteiger auf der Grube Ludwigsglück. Nach Auseinandnersetzung mit den Nationalsozialisten ging er im Okt. 1933 als Ingenieur-Offiziers-Anwärter zur Kriegsmarine und leistete Dienst auf dem Kreuzer "Köln" und dem Torpedoboot "Iltis". Er wurde 1935 Leutnant (Ing.), und Leitender Ingenieur auf dem Flottenbegleiter "F 6", dann Ausbilder für Rekruten, 1939/40 1. Wach-Ingenieur auf dem Panzerschiff "Deutschland", 1939 Kapitänleutnant (Ing.), 1940 zunächst Lehrer, dann Kompaniechef, Schuladjutant und Stabsoffizier. Nach der Beförderung zum Korvettenkapitän (Ing.) 1943 wurde er 1944 Leitender Ingenieur des Kreuzers „Köln“.  Ausgezeichnet wurde er u. a. mit dem Eisernen Kreuz 1. Kl. mit Schwertern und dem Flottenkriegsabzeichen. 1947/48 folgte die Übersiedlung ins Ruhrgebiet, wo er ab 1950 als selbständiger Ingenieur-Kaufmann und beratender Ingenieur für Grubenausbau und Bergbaumaschinen in Bochum beschäftigt war. Sch. war Vorsitzender im Fachausschuss Strecken-Ausbau im Verband Gruben-Ausbau. 1977 trat er in den Ruhestand.

Sch. wurde 1928 bei Silesia Breslau recipiert, der bereits sein Stiefgroßvater angehörte, und 1934 philistriert. Für seine Verdienste um die Rekonstitution des VAC erhielt er am 18. 1. 1950 das Band der Saxonia Frankfurt, wo er später auch Vorstandsmitglied war und sich maßgeblich für die Verlegung und Reaktivierung in Konstanz einsetzte. Das Corps Neoborussia-Berlin zu Bochum verlieh ihm 1974 die Corpsschleife, 1977 das Corpsband.

Im Mai 1948 gründete Sch. in Castrop-Rauxel und Herne den ersten AHSC nach dem Zweiten Weltkrieg, ein Jahr später schlossen sich unter seiner Leitung 13 AHSC des Ruhrgebiets zum „Arbeitskreis Alter Kösener Corpsstudenten“ (Ruhrarbeitskreis) zusammen, der Keimzelle für die spätere Wiedergründung des VAC.

Mit Rücksicht auf das Besatzungsrecht nannte sich der Zusammenschluss zunächst „Akademiker-Hilfswerk Rhein-Ruhr“. Erst nach Gründung der Bundesrepublik nahm er die Bezeichnung "Ruhrarbeitskreis" an. 1950 berief Sch. den ersten Abgeordnetentag des VAC nach Altena in Westf. ein, bei dem 59 AHSC und über 100 AH-Vereine beschlossen, die Auflösung des Verbandes für null und nicht zu erklären und den VAC zu rekonstituieren. Auf seine Initiative ging auch die Neuorganisation des VAC auf der Basis von Großbezirken (GBZ) zurück. Er selbst vertrat von1950 bis 1956 den GBZ Ostruhr im Gesamtausschuss. Von 1950 bis 1952 war er geschäftsführender 2. Vorsitzender des VAC, ab 1951 Mitglied der Historischen Kommission des KSCV sowie als VAC-Druckschriftenbeauftragter Mitherausgeber der 4. Auflage (1953) und 5. Auflage (1965) des Handbuchs des Kösener Corpsstudenten. 1951 engagierte sich Sch. auch für die Rekonstitution des KSCV und die Bildung der „Interessengemeinschaft“ in Bonn. Unter anderem führte er die Verhandlungen mit dem Heidelberg SC, der die Rekonstitution zunächst abgelehnt hatte.

Auf verbändeübergreifender Ebene betätigte er sich im CDA, an dessen Gründungsversammlung er als VAC-Vertreter teilnahm (5. 8.1950) und somit den Einfluss der Corpsverbände sicherte. Verdienste hatte er um die Ausgestaltung der Beziehungen zum Weinheimer SC. Auch bei der Arbeitsgemeinschaft Andernach (AGA) gilt er als einer der wesentlichen Initianten. 1955 war er Mitgründer des Vereins für corpsstudentische Geschichtsforschung. Auch bei der Gründung der Deutschen geselslchaft für Hochschulkunde und der Humboldt-Gesellschaft für Wissenschaft, Kunst und Bildung e. V. engagierte er sich.

Sch. wurde 1966 mit der Silberschale des VAC ausgezeichnet.

Veröffentlichungen: Vom Aussterben studentischer Corps, DCZ 4/1953, S. 14f.

Literatur: Hans Reimers: Gerd Schaefer-Rolffs ... 70 Jahre alt, DCZ 80 (1979), S. 86; DCZ 3/1986, S. 85; [Werner] Barthold: In Memoriam Gerd Schaefer-Rolffs, DCZ 4/86, S. 117f.

 

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