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N 7 - Hans-Reinhard Koch

Bestände (KSCV)

N 7 - Hans-Reinhard Koch

Laufzeit: 1950-1971

 

Biographie: Hans-Reinhard Koch wurde am 29. Oktober 1902 in Halle (Saale) als Sohn des Oberkriegsgerichtsrats Wilhelm Koch 5 Hassiae EM geboren. Er studierte Rechtswissenschaften in Gießen und Berlin und wurde am 28.2.1921 bei Hassia renonciert und am 3.12.1921 recipiert. Nach dem Staatsexamen (1930) und der Promotion zum Dr. jur. utr. (1931) wurde er 1933 Regierungsrat in Darmstadt und wenig später in den Stab des Reichsstatthalters von Hessen übernommen. Seit 1934 war Koch Landrat des Kreises Offenbach. Nach dem Anschluss Österreichs 1938 wurde er der Landeshauptmannschaft Österreich in Linz zugeordnet und mit der Angliederung der Sudentengebiete infolge des Münchner Abkommens dem Reichskommissar der Sudentendeutschen Gebiete in Reichenberg überwiesen und mit der Einrichtung der deutschen Verwaltung dort beauftragt. 1939 wechselte er als Regierungspräsident nach Innsbruck, wurde nach Auseinandersetzungen mit dem Reichsstatthalter und Gauleiter Franz Hofer aber 1941 als Hauptabteilungsleiter der deutschen Zivilverwaltung nach Oslo versetzt. Zuletzt amtierte er dort als Regierungspräsident. Nach dem Selbstmord des Reichskommissars Josef Terboven (8. Mai 1945) übernahm Koch die Betreuung der Mitarbeiter des Reichskommissariats. Bei Kriegsende geriet er in britische Krieggefangenschaft, aus der er 1947 zurückkehrte.

1951 ließ sich Hans-Reinhard Koch als Rechtsanwalt in Bonn nieder. 1977 trat er in den Ruhestand. Am 14. April 1997 starb er in Bonn. Koch machte sich nach dem Zweiten Weltkrieg um die Rekonstitution seines Corps in Mainz (5.11.1949) verdient und unterstützte ebenso die Rekonstitution des Kartellcorps Rhenania Bonn, das ihm 1952 das Band verlieh. Bei Hassia war er zeitweilig Vorsitzender der corpspolitischen Kommission und 1965 Herausgeber des die Jahre 1918 bis 1965 umfassenden dritten Teils der Corpsgeschichte. 1951 begann seine Tätigkeit für den Verband Alter Corpsstudenten (VAC). Er wurde Mitglied des Gesamtausschusses des VAC für den Großbezirk Rheinland (bis 1963), und war von 1951 bis 1955 Vorsitzender der Verbändekommission und in dieser Funktion der Schöpfer des Kartellvertrags mit dem Weinheimer Senioren-Convent (1952). Von 1967 bis 1972 war er Mitglied des VAC-Vorstandes Bonn. Verbandsübergreifende Verdienste erwarb er sich in der Arbeitsgemeinschaft Andernach mensurbeflissener Verbände (AGA). Er nahm für den KSCV an der AGA-Gründungsversammlung am 31.3./1.4.1951 in Andernach teil und übernahm dort den ersten Vorsitz. Nach dem Wiedererstehen der Deutschen Corpszeitung war Koch zeitweilig deren Mitherausgeber. 1953 und 1965 war er außerdem an der Herausgabe des Handbuchs des Kösener Corpsstudenten beteiligt. 1960 hat er die Veröffentlichung der Kösener Corps-Listen maßgeblich betrieben. Ebenso förderte er die Sicherung des Kösener Archivs. Bereits 1953 gab Koch den Anstoß zur Gründung des Verbandes für Studentenwohnheime und fungierte für viele Jahre als geschäftsführendes Vorstandsmitglied (1953-1976). Kurz vor seinem Tod wurde er zum Ehrenvorsitzenden des Verbandes ernannt (19.11.1996). Für seine Verdienste um den VAC und das Korporationsstudententum im allgemeinen wurde Hans-Reinhard Koch mit der silbernen Ehrenschale des VAC (1963 und 1972) und mit der Fabricius-Medaille des Convents Deutscher Akademikerverbände (CDA) ausgezeichnet.

Bestand: Der Bestand umfasst im wesentlichen die Handakten aus Kochs Tätigkeit im Gesamtausschuss, in der Verbändekommission und als Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Andernach aus den Jahren 1951 bis 1963. In die Zeit seiner AGA-Tätigkeit fiel eine Reihe wichtiger Ereignisse wie die Erklärung der Verbände vor Bundespräsident Theodor Heuss über den Verzicht auf die Satisfaktion mit der Waffe und die grundlegenden Verwaltungsgerichtsprozesse v. Studnitz ./. Universität Göttingen und Janssen ./. Freie Universität Berlin, zu denen hier wesentliche Unterlagen überliefert sind. Der Zeitpunkt des Zugangs zum Archiv konnte nicht mehr festgestellt werden. Ein Teil des Bestandes, insbesondere die schon von Koch selbst abgegebenen Unterlagen aus der Verbändekommission, wurde – wohl von Georg Meyer-Erlach – im dem in den 1950er Jahren angelegten „Neuen Kösener Archiv“ (NKA) mit Akten anderer Provenienzen vermischt. Im Zuge der Neustrukturierung und Verzeichnung des Kösener Archivs wurde dieser Mischbestand aufgelöst und der ursprüngliche Überlieferungszusammenhang wiederhergestellt. Der Gesamtbestand wurde im November/Dezember 2007 und August 2009 geordnet, bewertet und verzeichnet.

Parallelüberlieferungen bilden die Bestände A 2 (Vorort des KSCV), A 3 (VAC-Vorstand) und A 12 (Deutsche Corpszeitung). Benutzungsbeschränkungen bestehen nach § 6 Abs. 3 KösArchO für die personenbezogenen Unterlagen bis 20 Jahre nach dem Ableben des Betroffenen.

Eigene Veröffentlichungen: Der Gießener SC zwischen Urburschenschaft und Progreß, EuJ 15 (1970), S. 97-103; Zur Demagogenverfolgung in Gießen, EuJ 37 (1992), S. 67-70

Weiterführende Literatur: Karlheinz Armknecht: Giessener Hessen-Familien. 3. Koch, Corps-Zeitung der Hassia Giessen zu Mainz 120 (1957), S. 35-36; Fabry: Zum einhundertsten Geburtstag unseres Corpsbruders Hans-Reinhard Koch 8 Rhenaniae Bonn, in: Corps-Zeitung der Hassia Giessen zu Mainz 210 (2002), S. 12-13; Hermann Rink: Zum 85. Geburtstag von Dr. jur. Hans Reinhard Koch Hassiae, Rhenaniae Bonn, DCZ 1/1988, S. 21; Hermann Rink: Laudatio: Hans-Reinhard Koch 8 Hassiae, Rhenaniae zum 80. Geburtstag, Corps-Zeitung der Hassia Giessen zu Mainz 171 (1982/83), S. 24-26; Pit Schleiff: Zum Gedenken: Hans-Reinhard Koch 8 sp. Rhenaniae Bonn, Corps-Zeitung der Hassia Giessen zu Mainz, 200 (1997), S. 9-15

 

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